Aufwachsen in einer komplexen Welt
Weil Spielen Lernen ist und Zukunftskompetenzen fördert
„Spiel ist nicht Spielerei, es hat hohen Ernst und tiefe Bedeutung“, schrieb Friedrich Fröbel – und beschrieb damit eine zutiefst menschliche Tätigkeit, die weit über die Kindheit hinausreicht. Dennoch gilt Spielen bis heute als Zeitvertreib und wird im Bildungskontext marginalisiert. Unsere Gegenwart ist geprägt von Digitalisierung, Künstlicher Intelligenz, Klimakrise und politischen Spannungen. Demokratie, Frieden und soziale Teilhabe erweisen sich zunehmend als verletzlich. Gleichzeitig bleiben Bildungssysteme – insbesondere in Europa – häufig in überholten Strukturen verhaftet: Kindheit beginnt mit der Schule, Lernen ist frontal organisiert, Beziehungen auf Augenhöhe sind durch Noten, Leistungsdruck und Standardisierung begrenzt.
In Ihrem Vortrag zeigt Antje Bostelmann, welches enorme Potenzial im Spiel für den Erwerb persönlicher und vor allem sozialer Kompetenzen liegt. Spielen fördert Selbstwirksamkeit, Kooperation, Perspektivwechsel und demokratisches Handeln – Fähigkeiten, die Kinder und junge Menschen für ihre Zukunft dringend brauchen. Anhand konkreter Methoden und Erfahrungsberichte stellt Antje Bostelmann vor, wie Bildungsinstitutionen Spiel und Lernen systematisch verbinden können. Ziel ist es, Lernräume zu schaffen, in denen Kinder Kompetenzen entwickeln, die sie befähigen, ihre Zukunft – und unsere Gesellschaft – aktiv, verantwortungsvoll und menschlich zu gestalten.